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After Earth

Weil mir jetzt gerade mal danach ist, wende ich mich heute mal einem anderen Thema als den Piraten zu und schreibe eine kurze Rezension über den Film, den ich gerade im Kino gesehen habe: After Earth.

Handlung

Zur Handlung lässt sich bei diesem Film leider eher wenig sagen ohne massiv zu spoilern, weil – so ehrlich muss man sein – die Handlung bei diesem Film einfach eher dünn ist. Deshalb lagere ich das jetzt mal in einen anderen Artikel aus, wer es lesen mag, findet es hier.

Bewertung

Zunächst sollte hier erwähnt sein, dass, wer sich von diesem Film einen Meilenstein des Science-Fiction-Genres erhofft, der neue inhaltliche Akzente setzt und technologische oder gesellschaftliche Entwicklungen, die unser zukünftiges Leben bestimmen könnten, kritisch oder wohlwollend beleuchtet, leider eine herbe Enttäuschung erleben wird. Am ehesten ist er wohl noch in die Kategorie Space-Opera einzuordnen und nutzt Science-Fiction-Elemente eher als Rahmenhandlung, denn als bestimmendes Motiv des Films – so ist diese dann auch nach gefühlten 2 – 3 Minuten abgehakt.

Im Vordergrund der Handlung steht die Vater-Sohn-Beziehung zwischen den Hauptcharakteren Cypher Raige (Will Smith) und seinem Sohn Kitai (Jaden Smith). Ansonsten legt der Film viel Gewicht auf eine spektakuläre Optik, die sich in der animierten Mega-Fauna und gelungenen Natur-Aufnahmen des futuristischen Planeten Erde – den die Natur in Abwesenheit der Menschen zurückerobert hat – ausdrückt. Um es versuchsweise mit einem Vergleich für Will Smith-Fans abzurunden: Der Film wird vermutlich eher jenen gefallen, die z.B. Independence Day mehr gemocht haben als I, Robot.

Auch einige nicht schlecht gemachte Action-Szenen darf man bewundern, in denen Kitai zum Glück auch durch kluge Aktionen und nicht nur durch simple Hau-Drauf-Mentalität punkten darf. Dieser spielt in dem Film denn auch die Hauptrolle, während Vater Cypher die Stimme aus dem Off gibt, die mit mehr oder weniger sinnvollen Ratschlägen und Befehlen sowie Aufklärungsarbeit zur Seite steht und ansonsten hauptsächlich damit beschäftigt ist, sich notdürftig zu verarzten und nach Möglichkeit gerade so nicht zu verrecken, bis der Sohnemann den Tag gerettet hat.

Noch kurz eingehen möchte ich hier ansonsten auf die im Internet häufig zu findenden Verweise auf eine angebliche Scientology-Propaganda dieses Films. Sollte eine solche tatsächlich in einem nennenswerten Ausmaß vorhanden sein, dann vermutlich größtenteils in symbolhafter Bildgestaltung als im Inhalt. Letzterer hat aus philosophischer oder moralischer Sicht nicht viel mehr zu vermelden als den Merksatz „Die Gefahr ist real – Angst ist eine Entscheidung“, was für mich nicht unbedingt nach einem zentralen Scientology-Lehrsatz klingt und wenn doch, haben sie den wohl nicht besonders exklusiv.

Insoweit sich die Bildgestaltung nun in propagandistischer Hinsicht hervortun sollte, dann geschieht das offenbar eher subtil und ist für Nicht-Scientology-Experten wohl schwer zu erkennen (ich zumindest konnte es nicht). Folglich kann man, wenn man sich als solcher bezeichnen kann, auf diese Kritik wohl eher pfeifen. Sollte man dagegen tiefer in die Materie eingetaucht sein, darf man wohl hoffen, sich bereits eine gefestigte Meinung zu dieser Organisation gebildet zu haben, die davon dann auch nicht mehr erschüttert wird.

Fazit

Als Fazit würde ich diesem Film eine Bewertung von etwa 3 bis 4 von 5 Sternen geben, wobei ich dann doch noch eher zur 4 tendiere.

Diese Bewertung gebe ich dann ab für das, was der Film ist und wohl auch sein will (nicht schlecht gemachtes Effekt-Kino) und nicht für das womit er sich nur schmückt (den Science-Fiction-Anteil). Aufgrund dessen kann ich hier auch einmal großherzig über einige logische und inhaltliche Schwächen des Films hinwegsehen, so z.B.:

  • Wer sind eigentlich die Außerirdischen, die im Kampf gegen die Menschen das Alien-Monster losgelassen haben, gegen das Kitai dann im Film kämpfen darf?
  • Wieso wird so ein Monster in einem Raumschiff transportiert, dass offenbar (auch) als Passagier-Transport dient und nicht separat als Gefahrgut?
  • Wieso sollte laut Vater Cypher alles auf der Erde „mutiert [sein], Menschen zu töten“, wenn die doch schon lange weg sind? (Da sollten die sich ja zu Tode langweilen. ;-))
  • Wieso weiß der Vater schon vor der späteren Aussendung seiner Aufklärungssonden so genau, wo das Heck des Raumschiffs mit dem Notsender abgeblieben ist?
  • Wieso muss Kitai alle paar Stunden ein Mittel zur Erhöhung seiner Sauerstoff-Aufnahme einnehmen, obwohl bei der gezeigten Mega-Fauna der Sauerstoff-Anteil der Atmosphäre wahrscheinlich deutlich höher sein sollte als heute (und warum muss sein Vater das nicht, obwohl er in einem Raumschiff hockt, das durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse)?
  • Wieso denkt eigentlich der Raubvogel, der Kitai bewusstlos an seine Jungen verfüttern will, nicht mal daran, ihn wenigstens voher umzubringen (und Kitai verteidigt dann auch noch selbstlos die kleinen Küken, deren Frühstück er vor 5 Sekunden noch werden sollte ;-))?

Für die optische Ausstattung gibt es dann von mir auch die relativ hohe Bewertung, obwohl sich in dieser Hinsicht aus dem Film zweifellos noch mehr hätte rausholen lassen – so sind etwa die Landschaftsaufnahmen und auch die Pflanzenwelt (bei der einen dann die ganze Umgebung eine herannahende Gefahr spüren lässt – etwa wie in The Happening) sehr schön gemacht, kommen aber an die Epik eines Der Hobbit– oder Herr der Ringe-Films nicht heran.

Auch die animierte Darstellung der „mutierten“ Mega-Fauna des Planeten ist gut gemacht; das größte Manko hier: Ich hätte gern mehr davon gesehen. 😉 Auch einige gute Action-Szenen mehr hätte das hergegeben und dem Film einige Längen gemildert. Noch eine positive Randbemerkung: Der Film bietet – obwohl sich mit einem ernsten Thema beschäftigend und definitiv keine Komödie – doch zwischendurch den ein oder anderen kleinen Lacher zur Auflockerung – obwohl nicht immer klar wird, ob das gewollt ist. 😉

Im Großen und Ganzen also kein Meisterwerk, aber ein durchaus sehenswertes Stück Kino, an das man jedoch nicht mit einer falschen Erwartungshaltung heran gehen sollte.

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Verfasst von - 16. Juni 2013 in Filme, Rezensionen

 

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