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Ein neues Menschenbild

Vorbemerkung: Dieser Artikel ist eigentlich Teil des größeren Artikels Warum Deutschland die Piraten braucht. Er kann einzeln gelesen werden, ist im Kontext aber wahrscheinlich besser verständlich.

Ein neues Menschenbild

In diesem Abschnitt möchte ich noch einmal präziser auf ein Thema eingehen, das ich in „Die Anderen“ und Direkte Demokratie und „flüssige“ Demokratie bereits angerissen habe; das mir aber als eine derartige Kernqualität und ein so bedeutsames Alleinstellungsmerkmal der Piratenpartei erscheint, dass ich denke, eine ausführliche Behandlung ist mehr als verdient:

In Medien und Talkshows wurden bereits viele Namen für das Konzept genannt, um das es mir geht, unter anderem „Ein neues Betriebssystem für die Politik“, „Politik 2.0“ oder auch sehr treffend „humanprogressive Politik“. Wovon genau also spreche ich?

Die Rede ist von einer inneren Einstellung, die meiner Ansicht nach die gesamte Partei wie keine andere durchdringt und sich in nahezu allen von ihr besetzten Themen wiederspiegelt. Es ist eine neue Betrachtungsweise, nicht nur (aber auch) der Politik oder der Demokratie, sondern auch und vor allem des Menschen an sich und seines Potenzials, dessen, wozu er fähig ist.

Wo andere Parteien in Angst-Mentalitäten gefangen sind; Angst vor dem Menschen, dem Bürger, dem Wähler und den Meinungen und möglichen Entscheidungen der „wankelmütigen Masse“, da sehen die Piraten die unbegrenzte Fähigkeit der Menschen in diesem Land, sich selbst und die Gesellschaft in der sie leben (wollen), neu zu erfinden, sie zu gestalten und gemeinsam eine bessere Zukunft zu schaffen.

Sie sehen, dass die Menschen Deutschland, Europa und die Welt zum Besseren verändern können, wenn man ihnen nur die Chance dazu und die entsprechenden Voraussetzungen bietet. Sie sehen aber auch die Gefahren und Hindernisse auf dem Weg dorthin und die Lösungen, um sie zum Wohle aller zu umschiffen.

Das zeigt sich auch in allen Teilen der politischen Programme, die immer wiederkehrend Visionen in Worte fassen, die dazu aufrufen, dass Menschen für sich und andere, die Gesellschaft und die Zukunft ein hohes Maß an persönlicher Verantwortung übernehmen.

Dabei handelt es sich nicht um jene Art von Verantwortung, in die die Menschen lediglich – z.B. zur Rechtfertigung des mangelnden Engagements überforderter staatlicher Institutionen oder zur Vergemeinschaftung der vorhersehbaren Verluste einer korrupten und risiko-ignoranten Wirtschaftselite – hineingezwungen werden sollen, ohne dabei Rücksicht auf die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu nehmen.

Vielmehr soll jedem Menschen – durch die bedingungslose Sicherung seiner persönlichen Existenz und einer angemessenen sozialen Teilhabe, sowie durch den Ausbau und die Anpassung demokratischer Institutionen an die heutige Zeit und die Herausforderungen von morgen – sowohl die Sicherheit als auch die Möglichkeit zur möglichst direkten Einflussnahme und aktiven Mitgestaltung seines persönlichen Verantwortungsbereiches gegeben werden.

Dieser Geist des Hand-in-Hand-Gehens von persönlicher Freiheit und Verantwortung für das eigene Handeln auf der einen und umfassender und zeitgemäßer staatlicher Fürsorge und Rahmenbedingungen für das soziale Miteinander auf der anderen Seite – die von den Sprechern anderer Parteien oft als unversöhnliche Gegensätze propagiert werden – trieft bei den Piraten aus jeder Aussage und jeder schriftlichen Position.

Das Bild des Menschen, Bürgers und Wählers, das die Piraten hier zeichnen, ist das eines mündigen, kritischen und verantwortungsvollen Teilnehmers und Entscheidungsträgers in einer lebendigen Demokratie, der fähig ist, qualifizierte Entscheidungen zu treffen und die Gesellschaft zum Besseren zu ändern.

Wo dieses Menschenbild sich noch nicht mit der Realität deckt, setzen sie alles daran, die Voraussetzungen für eine entsprechende Entwicklung zu schaffen und den Souverän in die Lage zu versetzen, seine ihm nach dem Grundgesetz zustehenden Rechte wahrzunehmen. Vor allen Dingen wird diese Aufgabe als Herausforderung verstanden und nicht als Hindernis, das dazu berechtigen würde, dem Souverän seine Rechte abzusprechen oder sie zu beschneiden, wie die „etablierten“ Parteien und Politiker es aus Angst vor dem Verlust persönlicher Macht nur allzu gerne tun.

Dieses Menschenbild der Piraten wiegt für mich im gesamten deutlich mehr, als einzelne Forderungen in Grundsatz- oder Wahlprogramm (die oft auch andere Parteien teilweise besetzen). Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der heutigen politischen Landschaft, das allein es schon wert ist, den Piraten eine Chance zu geben!

Deutschland braucht die Piraten – für ein von persönlicher Freiheit und Verantwortung, sozialer Teilhabe und Sicherheit geprägtes Menschenbild!

Deutschland braucht die Piraten – um den mündigen Bürger als Chance, nicht als Bedrohung, zu sehen!

Deutschland braucht die Piraten – gegen die Kultur der Angst und für eine neue Offenheit in der Politik!

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